Samstag, 16. März 2013

Skitour vom Säntis über den Rotsteinpass

Sonniges Wetter nach einer sehr kalten Nacht, Lawinengefahr mässig (Stufe 2), 35 cm frischer Pulverschnee: Heute war ein perfekter Tag für die Skitour vom Säntis über den Rotsteinpass nach Unterwasser. Dieser Klassiker bietet dank Seilbahnunterstützung 2200 Hm Abfahrt bei nur 600 Hm Aufstieg.

Mit der Seilbahn zum Säntis
Von der Schwägalp führt die Seilbahn zum Säntis auf 2502 m.ü.M. Dort oben bietet sich, dank sehr grosser Schartenhöhe, ein überwältigendes Panorama. Nach einer Stärkung im Berggasthaus Alter Säntis schnallten wir uns die Skier an und fuhren hinunter zum Gross Schnee. Der Gasthaushang direkt beim Einstieg ist oft hart gefroren und unangenehm zu fahren - heute jedoch war er herrlich mit Pulverschnee eingedeckt.
Tiefblick vom Säntis zum Gross Schnee
Wir fuhren im stiebenden Pulverschnee etwas linkshaltend hinunter zur Schutzhütte bei der Wagenlücke und schwangen von dort hinab und gelangten über Grüenböhl und "In den Chärren" hinunter zur Meglisalp.
Abfahrt auf dem Gross Schnee

Pulverschnee unterhalb der Wagenlücke
Aufstieg von der Meglisalp zum Rotsteinpass
Die Meglisalp liegt im Winter einsam und verlassen da - ein wunderschöner Anblick. Wir klebten die Felle auf und stiegen über Spitzigstein Richtung Rotsteinpass auf.
Die Meglisalp - im Winter still und verlassen

Wegen der sensationellen Bedingungen waren heute viele Skitourenfahrer und Snowboarder unterwegs. Der Weg zur Passhöhe steigt zunächst noch angenehm an, bevor im Schlussteil mehrere Spitzkehren steil zum Berggasthaus Rotsteinpass führen.
Aufstieg zum Rotsteinpass
Im Winter ist es meistens geschlossen, wenn man Glück hat, ist es jedoch an schönen Wochenende bewirtet.
Berggasthaus Rotsteinpass
Blick vom Rotsteinpass zum Lisengrat und Säntis
Pulverschneeabfahrt ins Toggenburg
Die Abfahrt vom Rotsteinpass führt, immer auf der linken Talseite haltend, hinunter über Schafboden nach Loch und Langenbüel.
Pulverschnee auch nach dem Rotsteinpass
Auch bis zum Langenbüel hatten wir noch stiebenden Pulverschnee. Beim Langenbüel galt es, einen alten, hart gefrorenen Lawinenkegel zu überqueren.

Alter Lawinenkegel beim Langenbüel

Abfahrt ins Toggenburg, hinten die Churfirsten
Vom Langenbüel fuhren wir durch den lichten Wald hinunter nach Thurwies und zum Alpli, immer die Churfirsten vor Augen. Nach Chüeboden war die weisse Pracht zu Ende, und wir mussten die letzten 140 Hm zu Fuss in Angriff nehmen. In letzter Minute schafften wir es auf das Postauto zurück zur Schwägalp.

Tourendaten:
Gipfelhöhe Säntis (Start der Tour) 2502 m
Höhe Meglisalp 1517 m
Höhe Rotsteinpass 2120 m
Höhe Unterwasser 906 m
Aufstieg gesamt 603 Hm (ca. 2 Std.)
Abfahrt gesamt 2199 Hm
Zeitbedarf gesamt ca. 4 1/2 Std. plus Bus- und Seilbahnfahrt
Onlinekarte Swisstopo

Sonntag, 3. März 2013

Skitour auf den Kamor

Den Kamor kann man mit Tourenskiern entweder von der Rheintaler Seite (ab Wogalp / Montlinger Schwamm) oder von der Appenzeller Seite her begehen. Der leichtere Zustieg erfolgt ab Brülisau, von wo man links haltend auf den Bergrücken gelangt und so leicht zum Gipfel aufsteigt.
Brülisau im Nebel
Nebelgrenze in Brülisau
Ausgangspunkt in Brülisau war der grosse Parkplatz zwischen Kirche und Kastenbahn. Beim Start unserer Tour lag die Nebelgrenze genau bei Brülisau. Nach wenigen Höhenmetern Aufstieg hatten wir bereits freie Sicht zum blauen Himmel.

Zustieg zum Kamor über den Bergrücken links
Die Westhänge unterhalb des Kamors lagen am Vormittag noch im Schatten. Wir stiegen linkshaltend über den Rossberg auf und durchquerten nach Pt. 1273 den Wald zur Kamoralp, wo uns die ersten Sonnenstrahlen erwarteten.

Auf dem Bergrücken zum Kamor
Von dort ging es zügig aufwärts, immer das verschneite Bergsträsschen querend, zu den Alphütten von Stofel. Dort geniesst man eine bemerkenswerte Aussicht ins nebelverhangene Rheintal und auf die Liechtensteiner und Vorarlberger Bergwelt.
Stofel
Vom Stofel führte uns die Route in angenehmer Steigung hinauf zum Gipfelkreuz.

Der Kamor (1751 m), hinten rechts
Die Aussicht auf dem Gipfel war beeindruckend. Wir liessen den Blick über die Alpstein-Gruppe schweifen und erinnerten uns an die vielen schönen Bergtouren der letzten Jahre...

Staubern, Kreuzberge, Mutschen, Altmann, Säntis, Marwees, vorne Alp Sigel
Schnee: von allem ein bisschen...
Die wechselnde Schneequalität machte die Abfahrt nicht ganz einfach. Während der Gipfel ein wenig abgeblasen und verkrustet war, genossen wir beim Ober Kamor die gut fahrbaren Hänge. Nachdem wir das kurze Waldstück passiert hatten, stiegen wir beim Rossberg nochmals etwas auf zum gemütlichen und sehr empfehlenswerten Berggasthaus Ruhsitz.


Bergrestaurant Ruhsitz
Nach einem gemütlichen Mittagessen auf der Sonnenterrasse schnallten wir uns die Bretter an und fuhren ab nach Brülisau. Der Schnee hatte im mittleren Bereich der Abfahrt stellenweise einen unangenehmen Deckel, der das Skifahren zum Kraftakt machte. Weiter unten wurde es zum Glück wieder sulziger, und wir konnten die letzten Meter bis hinunter zur Kirche voll auskosten.

Abfahrt nach Brülisau

Die letzten Meter nach Brülisau
Tourendaten:
Gipfelhöhe Kamor 1751 m
Aufstieg ab Brülisau 830 Hm (ca. 2 3/4 Std.)
Onlinekarte Swisstopo